Auch wenn der Hof Hinterkaifeck heute nicht mehr existiert, ist der Ort des Geschehens nach wie vor ein Ziel für viele, die dem Rätsel nachgehen wollen. Ein Besuch führt Sie in die abgelegene bayerische Landschaft zwischen den Ortschaften Gröbern und Waidhofen.
Hier sind die Informationen für einen realen oder virtuellen Besuch:
1. Der Ort des ehemaligen Hofes (Das Marterl)
Da der Hof 1923 abgerissen wurde, markiert heute ein Gedenkstein (ein bayerisches Marterl) die Nähe des ehemaligen Standorts.
- Lage: Das Marterl steht an einem Feldweg zwischen Gröbern und Waidhofen, direkt am Rand des sogenannten „Hexenholzes“. Der eigentliche Hof stand etwa 30 bis 50 Meter nordöstlich davon auf dem heutigen Acker.
- Wegbeschreibung (Auto/Zu Fuß): * Fahren Sie in den Ort Gröbern (Gemeinde Waidhofen).
- Suchen Sie die Eybergstraße. Folgen Sie dieser bis zum Ortsende, wo sie in einen Feldweg übergeht.
- Nach etwa 500 Metern sehen Sie eine markante, alleinstehende Tanne (oft als „Wetterfichte“ bezeichnet). Dort befindet sich das Marterl mit einem Schaukasten, der die damalige Lage des Hofes illustriert.
- Suchen Sie die Eybergstraße. Folgen Sie dieser bis zum Ortsende, wo sie in einen Feldweg übergeht.
- Hinweis: Der Standort ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad über Feldwege erreichbar. Bitte respektieren Sie die landwirtschaftlichen Flächen (nicht in die Äcker gehen).
2. Das Grab in Waidhofen
Die sechs Opfer wurden auf dem Friedhof von Waidhofen beigesetzt.
- Standort: Der Friedhof befindet sich direkt an der Pfarrkirche St. Wendelin in Waidhofen.
- Das Grab: Es handelt sich um ein auffälliges Gemeinschaftsgrab mit einer großen Gedenktafel, auf der die Namen aller sechs Opfer (Andreas und Cäzilia Gruber, Viktoria Gabriel, die Kinder Cäzilia und Josef sowie die Magd Maria Baumgartner) stehen. Das Grab wird bis heute gepflegt.
3. Museen und Ausstellungen
Wer reale Exponate und polizeiliche Hintergründe sehen möchte, sollte nach Ingolstadt fahren:
- Bayerisches Polizeimuseum (Ingolstadt): Im „Turm Triva“ (Klenzepark) gibt es eine Dauerausstellung zum Fall. Hier werden Originalakten, Repliken der Tatwaffe (Reuthaue) und kriminalstatistische Aufarbeitungen gezeigt. Es ist der fundierteste Ort für eine sachliche Auseinandersetzung mit den Ermittlungsfehlern und Theorien.
4. Virtueller Besuch
Wenn Sie den Ort nicht physisch besuchen können, gibt es hervorragende digitale Ressourcen:
- hinterkaifeck.net: Die umfassendste Datenbank zum Fall. Hier finden Sie 3D-Rekonstruktionen des Hofes, alle Original-Zeugenaussagen und Tatortfotos.
- Geführte Wanderungen: Es werden regelmäßig (oft in den Abendstunden) geführte „Laternenwanderungen“ von Waidhofen nach Hinterkaifeck angeboten, bei denen Gästeführer die Geschichte vor Ort erzählen. Startpunkt ist meist das Gasthaus Bogenrieder in Waidhofen (das zur Tatzeit bereits existierte).
Wichtiger Hinweis zum “Spuk” und Tourismus
Das Marterl ist ein Ort des stillen Gedenkens. In den letzten Jahren gab es Berichte, dass das Marterl zeitweise entfernt oder versetzt wurde, um übermäßigen “Gruseltourismus” einzudämmen. Der Ort strahlt jedoch nach wie vor eine beklemmende Ruhe aus, besonders wenn man bedenkt, wie isoliert die Familie dort damals lebte.
